Willkommen im neuen Kapit(u)lismus
Ja es ist nun offiziell; unser neues Wirtschaftsmodell wird nun umbenannt – Kapit(u)lismus! – soll es heissen.
Nun wird alles besser und schöner. Es wird wieder blühende Landschaften geben und jeder wird Arbeit haben. Die Renten werden wieder sicher sein und generell braucht sich niemand mehr sorgen um seine eigene Zukunft machen zu müssen, denn es gibt einen neuen Messias; nein nicht Obama, ich meine den Staat.
In Zeiten von Krisen sehen wir, was unsere Gesetze und Ideale wirklich Wert sind – wenig, bis gar nichts!
Da werden Unternehmen gerettet die “System wichtig” sind. Es werden Branchen unterstützt, die unter massiven Überkapazitäten leiden. Geld scheint kein Problem zu sein?
Sage mir, wieviel du brauchst und ich sage dir, dass ich es dir geben kann!
Ich verstehe die Ängste und Unsicherheiten, die sich so langsam in die Köpfe der Menschen einschleicht. Bisher war die Krise nur etwas, dass man aus dem Fernsehen kannte, doch nun trifft es einen selbst und es wird ein Problem, das sofort gelöst werden muss.
Es scheint mir, dass viele vergessen haben, was es bedeutet in einer freien Welt zu leben. Das bedeutet, jedem steht es frei seine eigenen Fehler machen zu dürfen. Die Konsequenz daraus lautet aber, dass auch die Fehler von einem selbst getragen werden müssen.
Doch wir leben in einer Zeit wo Fehler sozialisiert werden und die Gesamtheit treffen. Das schöne daran ist; es merkt niemand! All die Milliarden, die nun gegeben werden, müssen irgendwann zurück bezahlt werden, doch das wird erst in einigen Jahren interessieren. Nun ist es wichtig etwas zu tun, Flagge zu zeigen, auch wenn es vielleicht gut wäre über neue Wege nachzudenken.
Ich habe mal gelesen es wäre für einen Torwart beim 11 Meter gut einfach in der Mitte stehen zu bleiben und zu warten. Damit hätte er die grösste Chance ein Tor zu vereiteln, doch wie würde das denn aussehen? Der Typ steht einfach rum und lässt die Bälle rein, den können wir nicht gebrauchen, raus mit dem.
Beispiel Schäffler
Bei aller liebe. Dieses Unternehmen hat sich verzockt und muss dafür die Konsequenzen tragen. Von mir aus kauft der Familie halt ihre Anteile ab, aber hier gibt es niemanden der Kredite verdient hätte. Die Beschäftigen sind absolut sicher, zumindest so sicher, wie das halt nun mal geht, in Zeiten wo ihr Hauptauftraggeber, die Autobranche, eine Absatzkrise hat. Das hat aber gar nichts damit zu tun, das die Familie Schäffler einer Fehleinschätzung unterlegen war, als sie dachte sie könnte Conti einfach mal so kaufen.
Ein Heer von Beratern und niemand hat auf die Risiken hingewiesen? Wohl kaum. Es ist doch eher wahrscheinlich, dass man diese Krise einfach falsch eingeschätzt hat und nun unter der Last der Kredite zusammenbricht.
Aber zum Glück leben wir in diesen Zeiten und Frau Schäffler wird sicherlich ihre Milliarden bekommen.
Es lebe der
K A P I T( U) L I S M U S
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