USA schneller über dem Berg als Europa?

Ein Artikel in der Online Ausgabe der New York Times bringt mich wieder zum nach- oder besser weiterdenken. Meine persönliche Meinung weicht davon sowas ab, dass es immer deutlicher wird, dass vermutlich die wenigsten auch nur den blassesten Schimmer haben wohin die Reise gehen wird.

Die Überschrift dieses Artikels heisst

U.S. Recovery Could Outstrip Europe’s Pace

Some private economists are even predicting that the American economy will resume growth in the fourth quarter, while Europe’s economy is expected to remain inrecession well into 2010, after contracting an estimated 4.2 percent this year compared with an expected 2.8 percent decline in the United States.

The shock originated in the U.S., but Europe is paying a higher price,” said Jean Pisani-Ferry, a former top financial adviser to the French government who is now director of Bruegel, a research center in Brussels.

Meine Meinung könnte nicht unterschiedlicher sein!

Die Gedankenkette die ich dabei habe ist folgende:

  • exzessiver Konsum durch hohe Verschuldung in den USA,GB hat die Weltwirtschaft die letzten Jahre angetrieben
  • durch staatlichen Stimulus und günstigere Kreditzinsen, kann dieser Konsum noch für etwas länger am laufen gehalten werden
  • Die produzierende Regionen wo Deutschland, Japan und China sind als erstes vom Abschwung betroffen, da zuerst auf die teuren Kredit finanzierten Güter verzichtet werden.
  • Dadurch erscheint der Abschwung in diesen Regionen (China ist da eine Ausnahme) stärker zu sein als in den USA.
  • Durch die verschlechternde Wirtschaftslage verlieren zunehmend mehr US Bürger ihre Jobs und die Kreditzinsen sind wieder am steigen.
  • Der durch künstliche Stimuli am laufen gehaltene Konsum wird stark zurückgehen und die US Wirtschaft den finalen Schlag versetzen.

Fazit:

Soweit so gut, doch wohin diese Gedankenkette uns führen würde weiss ich noch nicht. Es ist müsig sich darüber Gedanken zu machen wen es mehr treffen wird. Vielmehr sollten endlich auch mal andere Alternativen überlegt werden, als nur nochmehr Schulden zu generieren.

Zu viele Schulden sind das Problem und es ist daher unlogisch das noch mehr Schulden es besser machen werden!

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Comments (333)

 

  1. Saviano says:

    Wenn du erlaubst…

    Erstens, es ist wohl keine besondere Sache zu prognostizieren, dass die USA schneller und eher aus der Rezession rauskommen als die Europäer. Das taten sie ja immer. Also wiederholen die “Experten” einfach nur das, was üblich war.

    Der zweite Punkt betrifft die “Tiefe der Rezession”. Üblich hier war es, dass die USA einen etwas volatileren Konjunkturverlauf als die EU (im Einzelnen Deutschland) haben. Der Artikel legt nahe, dass es dieses Mal anders kommen kann.

    Leider (?) sehe ich es auch so…

    Soweit die Daten vorliegen, unterscheiden sich die USA und die EU bisher nicht so wesentlich (auch wenn man nur die Eurozone nimmt). Wir haben einige — wie du sehr richtig anmerkst — strukturelle Unterschiede: Export, soziale Strukturen, die die negativen Folgen der steigenden Arbeitslosigkeit etwas dämpfen, mehr produzierendes Gewerbe etc., so dass wir von vornherein keine deckungsgleiche Verläufe erwarten können (und etwas versetzte sowieso).

    Die Tiefe der europäischen Rezession dürfte auch nicht viel kleiner sein — allein deswegen nicht, weil die EU eine ähnliche Immobilienblase hatte und die europäischen Banken ganz toll mit den toxischen Wertpapieren mitgespielt haben.

    Die Prognosen für eine “glimpflichere” Entwicklung in den USA werden meiner Meinung nach hauptsächlich damit begründet, dass der Konjunkturstimulus dort größer ist: Konjunkturprogramm + Zinsen + FED-Maßnahmen. Das stimmt, und die EU macht vergleichsweise wenig.

    Wir dürfen auch unsere Ost-Nachbaren und die unsäglichen Inseln (Irland, Island, UK) nicht vergessen (unsere Kalifornien und Subprimes…). Warum also weniger stark abstürzen?

    Ein Fragezeichen zu deinen Punkten: “Der durch künstliche Stimuli am laufen gehaltene Konsum wird stark zurückgehen”… Soweit ich weiß, sieht man noch nicht viel von den künstlichen Stimuli in den Makrodaten (BIP etc.)… Diesen Impuls erwartet man erst noch. Dies wird die US-Konjunktur voraussichtlich etwas beleben.

    Ob es später zu einem Nachspiel wegen der höheren Staatsverschuldung kommen wird, bleibt natürlich offen. Aber: Auch wenn die Schulden *das* Problem waren, werden sie jetzt — so mein Eindruck — auf bessere Schuldner (den Staat) umverteilt, so dass das Problem wenigstens prolongiert wird. Das retten Zeit und wird wohl ein Konjunkturzyklus überdauern…

    Grüße