Hypo Real Estate – Ist Herr Flowers der Böse?

Da weigert sich Herr Flowers doch tatsächlich seine Anteile abzugeben, was für ein schlimmer Bursche. Oder auch nur ein Opfer?

Herr Flowers ist noch nicht einmal 1 Jahr Aktionär bei der Hypo Real Estate und er soll nun enteignet werden – würde ich mir das gefallen lassen? Sicherlich nicht. Ich würde wie ein Löwe um jeden Cent kämpfen, denn die Verluste sind ja schon jetzt kaum erträglich.

Am 16.04.2008 veröffentlichte die Hypo Real Estate folgendes Dokument, hier wird bekannt gegeben das ein Konsortium mit Herrn Flowers als Hauptanteilseigner 24,9% der Hypo Real Estate Anteile übernehmen will. Für diese 50.076.000 Anteile werde er 22.50 Euro je Anteil bezahlen, was einem Aufschlag von 25.3% des damaligen Durchschnittskurses entsprach. 

1.126.710.000 Euro

Ein paar Kommentare aus der FAZ zu dem Angebot.

Den Deal eingefädelt haben die Investmentbanken Morgan Stanley als Berater von J.C. Flowers und JP Morgan Chase als Berater von Hypo Real Estate.

Nach Ansicht von M&A-Experten will sich das Konsortium um J.C. Flowers vor allem wegen der niedrigen Bewertung an Hypo Real Estate beteiligen.

Danach habe das Management die bereits vorher begonnene Suche nach langfristigen Investoren intensiviert und J.C. Flowers Einblick in die Bücher gewährt. Die Leistung im eigentlichen Immobilienfinanzierungsgeschäft werde aber als “ok bis gut” eingeschätzt.

“Die Aktie notiert deutlich unter dem Net Asset Value“, ergänzte ein anderer Investmentbanker, der ebenfalls nicht genannt werden wollte. Offenbar glaube J.C. Flowers an Hypo Real Estate und an ein Aufwärtspotenzial der Aktie.

Analysten lobten das Angebot. Es sei unerwartet gewesen und senke die Gefahr, dass die Hypo Real Estate sich über eine Kapitalerhöhung an die Aktionäre wenden müsse, sagte Martin Peter von der Landesbank Baden-Württemberg.

Die LBBW empfiehlt ihren Kunden die Aktien derzeit mit einem Kursziel von 31,50 EUR zum Kauf.

Zugleich sei das gegenwärtige Umfeld für einen Einstieg günstig.

Hamann empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 23 EUR dennoch nur als Halteposition.

Das ganze noch nicht mal 10 Monate her!!!! Die HRE ist ein Paradebeispiel dafür, dass sich Experten irren können. 

Herr Flowers hatte die Gelegenheit die Bücher anzuschauen, kein Kleinaktionär wird auch nur in die Nähe von diesen kommen. Trotzdem sah er die Gefahren nicht.

Er muss sich eingestehen, dass seine Einschätzung total daneben lag. An seiner Stelle würde ich die Verantwortlichen mal so richtig verklagen. Da lassen sich doch sicherlich so einige Punkte finden, mit denen er den Vorständen das Leben schwer machen könnte. Schließlich haben die ihn um schlappe 800 Millionen Euro gebracht.

Gut gemacht!

Aber Herr Flowers ist auch nur ein Opfer der Finanzkrise und warum sollte nicht auch er gerettet werden? Die Automobilbranche bekommt Geld, vielleicht auch Schäffler, warum nicht Herr Flowers?

Probieren kann man es ja mal ; und mal ehrlich; juckt mich als Herr Flowers, ob die HRE nichts mehr Wert ist ? Nein, tut es nicht. Mir ist nur aufgefallen, dass der Deutsche Staat mit allen Mitteln versucht diese Bank zu retten und dann kann es doch nur legitim sein, wenn ich versuche, die Verluste zu begrenzen!

Auf die neuen, alten Zeiten, wo jeder nur auf sich selbst schaut!

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Filed Under: Ansichten

Comments (167)

 

  1. Ach Junge, das ist doch lächerlich. J.C. Folwers kann froh sein, wenn sie auch nur einen Cent bekommen. Die Forderung von drei Euro pro Aktie ist einfach nur dreist. Dass Flowers trotzdem pokert, ist natürlich klar – schließlich weiß Flowers, dass der Staat die HRE aus gesamtvolkswirtschaftlichen Erwägungen nicht pleite gehen lassen kann.

    Aber: Ohne 102 Mrd. Euro Garantien, die fast ausschließlich von Steuerzahlern geschultert werden, wären die Aktien keinen Cent mehr wert.

    Wer in Aktien investiert, trägt auch das Risiko – und zwar das volle. Aktionäre werden nicht umsonst beispielsweise gegenüber Anleihen im Falle einer Insolvenz nachrangig bedient.

  2. morvan says:

    hi stephan,

    bin voll und ganz deiner meinung. hoffe dir ist die ironie des artikels nicht entgangen.

    gruss
    eachtradingday

  3. GeDi says:

    Also sowas liebe ich, wenn man vergangene Artikel mit dem Jetzt und heute vergleicht. Was machen eigentlich da die “Experten”? Und stellt sich wieder mal die Frage, wofür es denn Analysten gibt?
    Hab vor kurzen ein Artikel gelesen, das doch ein fleißiger Fondsmanager hin und her reist, die Vorstände aushorcht und die Bilanzen genaustens untersucht. Und hat dafür selbstverständlich eine Auszeichnung bekommen. Verlust 2008 -48%. Also das kann ich auch ohne diese Tätigkeiten.

    Wirklich ein schöner Beitrag!

    Gruss
    GeDi

    P.S. Ups, hätte fast den neue SpamFilter übersehen ;-)