Die Repression von 2008 bis ?
In Zeiten wie diesen stösst man auch auf neue Wortschöpfungen und ich bin auf das Wort “Repression” gestossen. In einem sehr guten Beitrag von Niall Ferguson im The Australian .
Ich empfehle den Artikel in seiner vollen länge zu lesen, werde im folgendes aber auf einige wichtige Feststellungen/Punkte eingehe
Eine Repression beschreibt den Übergang von einer Rezession in eine Depression. Im allgemeinen wird davon ausgegangen, dass Rezessionen unvermeidlich sind und der Staat hier nicht eingreifen sollte. Dagegen stellt eine Depressionen eine wirtschaftliche Notlage dar, in der das handeln des Staates als zwingend angesehen wird. Siehe hierzu Schumpeter.
Herr Furgoson hat einige Interessante Punkte, die auch mich beschäftigen.
So frägt er sich, wie eine Kreditkrise, d.h. die Möglichkeit der Schuldner die Kredite zu bedienen ist nicht mehr gegeben, durch neue Kredite gelöst werden kann. Doch die meisten Regierungen beschreiten diesen Weg, es werden nur die Schuldner ersetzt. Die Privaten durch den Staat.
The delusion that a crisis of excess debt can be solved by creating more debt is at the heart of the Great Repression. Yet that is precisely what most governments propose to do.
Mir stellt sich nun die Frage, wie wir Steuerzahler diese Schulden zurückzahlen können, wenn wir dies schon als Privatperson nicht konnten? Dies wäre meiner Meinung nur möglich, wenn auch Bevölkerungsgruppen sich stärker daran beteiligen, die “oft” alles tun um so wenig Steuern wie möglich zu bezahlen. Doch gerade diese Gruppe wird durch das retten (neudeutsch “bailout”) der Banken geschützt. Ihre riskkanten Anlagen erleiden keine Verluste und so bleiben sie vermögend, während sich der Staat auf Kosten aller “über”- bzw. verschuldet.
Es gibt einen “besseren” Weg, einen Weg der in vergangen Überschuldungen “immer” gegangen wurde.
There is a better way to go, but it is in the opposite direction. The aim must be not to increase debt but to reduce it. In past debt crises – which usually affected emerging market sovereign debt – this tended to happen in one of two ways. If, say, Argentina had an excessively large domestic debt, denominated in Argentine currency, it could be inflated away. If it was an external debt, then the government simply defaulted on payments and forced the creditors to accept a rescheduling of debt and principal payments.
Und hier sehe ich uns auch. Warum die Gläubiger nicht einfach bluten lassen ohne die Banken über die Klinge springen zu lassen? Auch hier wird es Verluste geben, sehr schmerzhafte, aber die müssen zumindest nicht vom Kollektiv getragen werden. Immerhin haben sie sich frei für diese Anlage entschieden. Hätten sie halt die Finger von Produkten gelassen, die kein Mensch versteht.
Sehr schön ist der folgende Abschnitt
Today, Argentina is us. Former investment banks and German universal banks are Argentina. American households are Argentina. But it will not be so easy for us to inflate away our debts. The deflationary pressures unleashed by the financial crisis are too strong (consumer prices in the US have been falling for three consecutive months; the annualised rate of decline for the last quarter of 2008 was minus 12.7 per cent.)
Nor is default quite the same for banks and households as it is for governments. Bankruptcy can be a complicated business. Understandably, monetary authorities are anxious to avoid mass bankruptcies of banks and households, not least because of the knock-on effects on asset prices of distressed sales of assets.
Dieses mal ist es nicht so einfach wie sonst, denn im Grunde genommen sind wir alle Pleite!!
Er sieht zwei wichtige Maßnahmen die wir tätigen müssten, damit wir diese Krise überwinden können. Bisher ist keine von diesen eingeschlagen worden.
Two things must happen. First, banks that are de facto insolvent need to be restructured, a word that is preferable to the old-fashioned nationalisation. Existing shareholders will have to face that they have lost their money. Too bad; they should have kept a more vigilant eye on the people running their banks. Government will take control in return for a substantial recapitalisation after losses have meaningfully been written down. Bondholders may have to accept either a debt-for-equity swap or a 20 per cent “haircut” - a disappointment, no doubt, but nothing compared with the losses suffered when Lehman Brothers went under.
Er spricht davon die Banken zu restrukturieren und meint damit ausdrücklich zu verstaatlichen. Nur ist er sich der Tatsache bewusst, dass es manchmal besser ist ein Synonym für ein heikles Thema zu wählen. Da ist er dem Deutschen Staat um Lichtjahre voraus. Die zweite Maßnahme wäre, dass auch Anleihenhalter Verluste ins Auge schauen müssten.
Im Moment sind wir kurz davor die Banken zu restrukturien, aber wir garantieren den Anleihehaltern noch immer ihre 100% Auszahlung.
Dies ist nur eine wirklich kurze Zusammenfassung der für mich wichtigsten Punkte. In dem Artikel steht noch so viel mehr, also unbedingt lesen.
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