Buchwert vs. Marktwert oder das Märchen der günstigen Banken!
Warum der Buchwert wichtiger ist als der Marktwert einer Bank.
Am 21.01.2009 hat Alphaville eine interessante Grafik veröffentlich , in der wir schön den verlorenen Marktwert einiger wichtiger Grossbanken sehen können. Auf den Ersten Blick sind diese Dimensionen erschreckend und visiualisieren nochmals sehr schön das Ausmass der Katastrophe.
Grafik:
Bedeutung:
In etwas mehr 1 1/2 Jahren wurden die Marktbewertungen der meisten Grossbanken förmlich ins Bodenlose gedrückt. Als Beispiel soll hier die Citigroup dienen, die von 255 Milliarden Dollar auf 19 Milliarden Dollar abgestürzt ist. Ein Wertverlust von etwa 92.5 %. Ich lese bei vielen Quellen im Internet, in Zeitschriften, im Fernsehen, dass Banken nun günstig sind. Einige blasen zum grossen Einstieg in Banken, doch sollte diese Entwicklung uns kurz nachdenklich stimmen und wir uns fragen – WARUM IST DAS SO?
Meine Meinung dazu:
Die Krise hat mir eines ganz deutlich vor Augen geführt. Diese Branche – Banken – ; die weithin als solide und bodenständig galt, ist eine der grössten Risiken unserer modernen Wirtschaft. Und warum das so ist, zeigt diese Krise ohne Beschönigigungen klar auf.
Der Wert einer Unternehmung wird meistens mit unterschiedlichen Modellen oder Ansätzen bewertet. Das wohl einfachste und klarste ist der Buchwert eines Unternehmens.
Dazu finden wir auf Wikipedia:
Mit Blick auf ein gesamtes Unternehmen bezeichnet der Buchwert den Wert des auf die Unternehmenseigener entfallenden Eigenkapitals. Hierzu erfolgt die Verminderung aller Aktiva um die Verbindlichkeiten und Sonderposten, im Konzernverbund auch um konzernfremde Anteile. In einem alternativen Verfahren werden auch die immateriellen Wirtschaftsgüter zusätzlich abgezogen.
Wenn nun allerdings die Aktiva eines Unternehmens fällt, muss dies Auswirkungen auch auf das Eigenkapital haben. Banken trifft das 30-50mal härter als jedes andere Unternehmen, da diese wie kein anderer mit “gewaltigen” Hebeln arbeiten.
Im Prinzip war das auch kein Problem. Solange die Werte stabil bleiben und kaum von ihrem “angenommenen” Wert abweichen, können mögliche Verluste aufgefangen werden. Doch in so einer Krise wie wir uns heute befinden hilft keine Risikogewichtung der Welt mehr, denn der unwahrscheinliche Fall der Fälle ist eingetreten. Mit dem hatte niemand rechenen wollen.
Die Märkte sind illiquide; eine Bewertung vieler Vermögenswerte ist unmöglich oder nur mit dem Selbstmord einer Bank zu bewerkstelligen.
Und nun? Was ist passiert?
Um es in die Tradersprache zu übersetzen; die gesamte Bankenbranche hat von ihren Gläubigern einen Margincall bekommen und konnte nicht weitere Sicherheiten stellen. Wie jeder Trader weiss der auf Margin handelt führt dieser Fall unweigerlich zur Zwangsliquidierung der Werte(Assets).
Wieder auf die Banken übertragen.
Sie brauchen ihr “gesamtes” Eigenkapital auf und es reicht trotzdem nicht um ihre Gläubiger zu befriedigen. Jemand muss ihnen frisches Eigenkapital zur Verfügung stellen ansonsten sind sie Insolvent.
Fazit:
Die Frage muss also nicht lauten, ob Banken nicht günstig sind, sondern, ob Banken überhaupt noch was Wert sind, denn sie werden fast alle vom Staat gerettet werden müssen und wie hier die Aktionäre abgefunden werden ist ungewiss. Gerechterweise müssten ihre Anteile nichts Wert sein, denn diese Unternehmen sind NICHTS Wert, denn sie sind Zahlungsunfähig und ihre Werte sind kleiner als ihre Schulden. Mein Rat kann nur lauten – Finger weg!!!
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