BGA befürchtet eine Kreditklemme für Unternehmen

Wenig Beachtung hat der folgende Kommentar erfahren:

Der Präsident des Bundesverbandes für Groß- und Außenhandel (BGA), Anton Börner, befürchtet, dass die Banken den Unternehmen in Deutschland schon bald den Geldhahn abdrehen. Ende August, spätestens Anfang September rechne er mit einer “massiven Kreditklemme”, sagte Börner der “Berliner Zeitung” (Quelle AFP via Google News)

Das ganze findet sich auch wieder in einer Mittelteilhung des Handelsblatts, allerdings muss ich hier fast schon zwischen den Zeilen lesen um sie zu finden.

Was kann das denn für die Deutschen Unternehmen bedeuten?

Wir erinnern uns, dass die Deutschen Firmen als chronisch unterfinanziert gelten. Zumindest in Bezug auf Eigenkapital und als folge der Kreditimplosion mehren sich nun die Anzeichen dafür, dass es zunehmend schwerer wird Fremdkapital von Banken zu erhalten.

In Zeiten wo Aufträge zurückgehen und die knappen Liquiditätsreserven schnell aufgebraucht sein könnten, wird das im Falle einer längeren Rezession oder Depression das scheitern von nicht nur einigen Unternehmen bedeuten, sondern  der Zusammenbruch von vielen Firmen.

Gerade in der Krise zeigt sich die schon seit langem ausgemachte Schwäche Deutscher Unternehmen als Achillesferse, über den viele zu Fall kommen werden.

Ich denke es wäre einmal Zeit darüber nachzudenken neue Wege zu beschreiten und nicht nur so einseitig auf den Export zu setzen. Diese Abhängigkeit wird uns richtig weh tun!

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Filed Under: Ansichten

Comments (208)

 

  1. Sven says:

    “Ich denke es wäre einmal Zeit darüber nachzudenken neue Wege zu beschreiten und nicht nur so einseitig auf den Export zu setzen. Diese Abhängigkeit wird uns richtig weh tun!”

    Und ich denke, die Zeit dazu wäre vor Jahren gewesen, spätestens zum Stichtag 9/11 herum. Außerdem: wer soll der Nachdenker sein? Zunächst müßten wir mal konstatieren, wer nicht mit nachdenken darf und aufs Altenteil geht: die Wirtschaftsweisen und ihre kompletten Institute, die ganze Politkriege, seit Kohl und alle Verbandsführer der Wirtschaft seit den Wendetagen. Dann hätten wir klar Schiff. Aber so? – Und da diese ganze Mischpoke an Deck bleibt, wird das mit dem Nach- und Umdenken Essig. Leider.

  2. morvan says:

    hi sven,

    das klingt fast nach revolution :D .
    die vergangenheit hat ja leider gezeigt, dass die meisten veränderungen erst durch wirkliche not herbeigeführt werden (ok, ist eine these ;) ).
    noch habe ich die hoffnung, dass entweder ich das problem überschätze oder sich doch noch eine lösung finden wird an die wir alle nicht denken.

    gruss
    morvan
    eachtradingday

  3. Sven says:

    D’accord!

    Es muß erst eine Drucksituation her, welche der Politik die Argumente in die Hand gibt, der Lobby nicht mehr zuzuhören. Weil ihr der eigene Kittel brennt.

    Ist keine Theorie von dir, sondern leider Allgemeingut und außerdem zum Heulen… – Und falls meine Meinung etwas bedeutet: nein, du überschätzt gar nichts.

    Alle Wege um aus der Krise herauszukommen sind doch im www spätestens seit letztem Sommer beschrieben. Und? – Was mich eigentlich nur verwundert: woher die Kraftlosigkeit der Realwirtschaft? Die sitzt doch nicht am gleichen Ende der Tafel wie die Finanzwirtschaft. Oder ist mein Weltbild zu trivial? Wo bleiben die Maschinenbauer, welche den Gewerkschaften den Schneid abkaufen und ihre Belegschaften vor’s Kanzleramt treiben?